LLM-Suchmaschinen im Vergleich: ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews
ChatGPT Search, Perplexity AI und Google AI Overviews dominieren die neue KI-Suche. Wie funktionieren sie, wie crawlen sie, und wie zitieren sie Quellen? Ein praxisnaher Vergleich.
Stell dieselbe Frage drei Systemen: ChatGPT Search, Perplexity und Google AI Overviews. Gleiche Frage, gleicher Tag, und du bekommst drei teils sehr unterschiedliche Antworten mit unterschiedlichen Quellen. Als ich das zum ersten Mal selbst durchgespielt habe, war das mein eigentlicher GEO-Aha-Moment.
Diese Unterschiede sind der Grund, warum “für KI optimieren” als Pauschalaussage wenig taugt. Die drei Systeme crawlen unterschiedlich, zitieren unterschiedlich und erreichen unterschiedliche Nutzer. Wer GEO ernsthaft betreibt, sollte ihre Eigenheiten kennen. Hier ist mein Überblick über die drei Systeme.
Kurz vorweg: Was eine LLM-Suchmaschine ist
LLM-Suchmaschinen beantworten Anfragen nicht mit einer Linkliste, sondern mit einer generierten Antwort, die aus mehreren Webquellen zusammengesetzt wird. Ein Large Language Model (LLM) übernimmt das Formulieren, ein Retrieval-System liefert die Quellen. Für Website-Betreiber zählt am Ende eine Frage: Komme ich in diesen Quellen vor?
Perplexity: das transparenteste System
Ich fange bewusst nicht mit dem größten, sondern mit dem lehrreichsten System an. Perplexity zeigt Quellen als nummerierte Referenzen direkt in der Antwort, prominenter als jedes andere System. Wenn du wissen willst, ob dein Content zitierfähig ist, siehst du es hier zuerst.
Technisch baut Perplexity seinen Suchindex mit dem eigenen PerplexityBot auf. Daneben gibt es Perplexity-User, der Seiten abruft, wenn ein Nutzer konkret danach fragt, und sich laut Perplexity dabei nicht unbedingt an die robots.txt hält. Die Antworten entstehen in Echtzeit, Folgefragen sind möglich. Was sich in Erfahrungsberichten und ersten eigenen Stichproben abzeichnet: Perplexity belohnt faktenreiche, klar strukturierte Inhalte und wertet erkennbare Domain-Autorität mit. Es zitiert häufiger und granularer als ChatGPT.
Die Nutzerbasis im DACH-Raum ist kleiner als bei den anderen beiden, wächst aber, vor allem unter Professionals. Mein Rat: Nutze Perplexity als Diagnose-Instrument, selbst wenn deine Zielgruppe woanders sucht.
ChatGPT Search: die größte Reichweite im Chat
ChatGPT hat im DACH-Raum eine enorme Nutzerbasis, und die integrierte Websuche ist für viele der Standardweg zu aktuellen Informationen geworden. Das System entscheidet selbst, wann es das Web befragt, findet Seiten über den Such-Crawler OAI-SearchBot und verlinkt Quellen in der Antwort, allerdings zurückhaltender als Perplexity.
Zwei Dinge sind für GEO entscheidend. Erstens die banale Voraussetzung: OAI-SearchBot darf in der robots.txt nicht gesperrt sein, sonst tauchst du in den Suchantworten nicht auf. Achtung, Verwechslungsgefahr: GPTBot ist der Trainings-Crawler von OpenAI und hat mit der Suche nichts zu tun. Wer ihn sperrt, schützt seine Inhalte vor dem Modelltraining, bleibt aber in ChatGPT Search sichtbar. Zweitens: ChatGPT bevorzugt nach allem, was sich bisher beobachten lässt, Quellen mit klarer Autorschaft und direkt extrahierbaren Aussagen. Vage Marketing-Texte werden paraphrasiert, ohne die Quelle zu nennen. Konkrete, belegte Aussagen werden verlinkt.
Google AI Overviews: der Riese im Bestandssystem
AI Overviews (früher SGE) erscheinen direkt über den organischen Google-Ergebnissen, generiert von einem Gemini-Modell auf Basis des normalen Google-Index. Es gibt keinen separaten Crawler, den man freischalten müsste: Wer bei Google indexiert ist, ist grundsätzlich im Rennen.
Das macht AI Overviews zum wichtigsten System für den DACH-Markt, denn Google dominiert die Suche hier weiterhin mit großem Abstand, auf dem Smartphone mit über 90 % Marktanteil. Die Quellenauswahl folgt erkennbar E-E-A-T-Logik plus Extraktionsfreundlichkeit: Wer gut rankt UND direkt antwortet, hat die besten Karten. Gut ranken allein reicht nicht: Es gibt genug dokumentierte Fälle von Top-Rankings, die in keiner AI Overview auftauchen.
Seit Oktober 2025 gibt es in Deutschland zusätzlich den AI Mode: einen eigenen Tab, in dem die Ergebnisliste ganz einer ausführlichen KI-Antwort mit Folgefragen weicht. Er nutzt denselben Index, zerlegt Fragen aber per Query Fan-out in viele Teilsuchen und zieht dadurch oft mehr und andere Quellen heran als eine AI Overview. Wie oft deine Seiten in beiden auftauchen, zeigt seit 2026 ein eigener Bericht in der Search Console. Und Google hat im Mai 2026 einen offiziellen Leitfaden veröffentlicht, dessen Kernaussage für GEO-Leute ernüchternd klar ist: Aus Googles Sicht ist Optimierung für die KI-Suche schlicht SEO. Spezielle Dateien, spezielles Markup oder Texte in Häppchen braucht es dafür nicht.
Die drei im direkten Vergleich
| Kriterium | ChatGPT Search | Perplexity AI | Google AI Overviews |
|---|---|---|---|
| Such-Crawler | OAI-SearchBot | PerplexityBot | Googlebot (Bestand) |
| Zitierweise | Links, eher sparsam | Nummerierte Referenzen, prominent | Quellen-Cards neben Antwort |
| Echtzeit | Ja, bei Bedarf | Ja, immer | Ja |
| Reichweite DACH | Sehr hoch | Wachsend | Sehr hoch |
| Bester Einsatz für dich | Reichweite | Diagnose | Muss ohnehin |
Was alle drei belohnen
So unterschiedlich die Systeme sind, ihre Vorlieben überschneiden sich deutlich. Fünf Muster tauchen überall auf, in Studien, Erfahrungsberichten und dem, was ich bisher selbst geprüft habe:
- Direktheit. Die Kernaussage steht am Abschnittsanfang, nicht am Ende.
- Faktendichte. Zahlen, Daten, benennbare Quellen schlagen Allgemeinplätze.
- Autorschaft. Erkennbare Autoren mit Profil und Schema-Auszeichnung.
- Technische Zugänglichkeit. Offene robots.txt für die Such-Crawler, schnelle Ladezeiten, sauberes HTML.
- Struktur. Überschriften mit Aussagekraft, Tabellen, Listen, FAQ-Blöcke.
Anders gesagt: Es gibt keine drei Strategien für drei Systeme. Es gibt eine Strategie, die bei allen dreien wirkt. Die Grundlagen dafür stehen im Einstiegsartikel Was ist GEO?.
Meine Priorisierung für den DACH-Markt
Wenn Ressourcen knapp sind, in dieser Reihenfolge:
- Google AI Overviews und AI Mode, weil praktisch jede Zielgruppe hier sucht
- ChatGPT Search, wegen der schieren Nutzerzahl
- Perplexity, als Test- und Frühwarnsystem
Und ein letzter Tipp, den ich gerade selbst umsetze: Leg dir eine feste Testroutine zu. Zehn, zwanzig Fragen, einmal im Monat, Ergebnisse dokumentieren. Die Systeme ändern sich schnell, und wer regelmäßig misst, erkennt Verschiebungen, bevor die Konkurrenz sie bemerkt. Wie so eine Routine in einen kompletten Prüfprozess passt, steht im GEO-Audit-Artikel.
Fragen, Ergänzungen oder Widerspruch?
Schreib mir gern, wenn du zu diesem Artikel etwas loswerden willst. Ich freue mich über Rückfragen, eigene Erfahrungen und auch über Hinweise, wenn ich etwas übersehen habe.